BBQ, Männerspielzeuge & das große „Tättowieren“ – Die Cowboys von heute

Fleisch braucht ein Branding, sonst ist Grillen doof. Ist das so? Müssen unsere Männer beim BBQ immer aus der herkömmlichen Fleischzubereitungsrolle fallen? Kann man sie nicht einmal 10 Minuten am Grillrost unbeaufsichtigt lassen? Ihnen vertrauen, wenn sie erstmal so richtig am Feuer auf Touren gekommen sind? Sind nicht alle Männer irgendwie in ihren Ur-Genen noch Cowboys oder Indianer?

Der eine muss sein Lieblingsbier unbedingt auf jegliches Grillgut sprühen, sonst schmeckt es ja nicht. Da kann frau in der Küche noch so toll gewürzt und mariniert, das Schälchen Zitronensaft für den perfekten Spritz auf’s Fleisch zum perfekten Zeitpunkt an der Grilltafel bereitgestellt haben, am Ende schmeckt eh alles nach Hopfenwürze.

Der andere braucht immens große Fleischstücke, am liebsten die ganze Kuh am Stück, um den Nachbarn zu zeigen, „He, wir machen es richtig, wir sind wahre Fleischfresser!“.

Der nächste verbietet Gemüse auf dem heiligen Gitter über der mit Bierchen in der Hand geweihten Grillkohle. Gemüse ist unwürdig und verdirbt jegliches Grillfieber. Aha.

Da könnte ich jetzt noch 1.001 weitere „Macken“ aufführen, aber wir wollen ja langsam zum Punkt kommen und nicht nur Gerüchte und weibliche Boshaftigkeiten verbreiten. Vielleicht ist das ja auch alles gar nicht wahr. Vielleicht ja doch. Interessiert eh niemanden.

Ich habe auch eine kleine Macke: Ich werde mir nach der letzten Veggi-Grillaktion im Sommer 2016 jegliche vegetarische Pseudo-Bratwürste auf dem BBQ verbitten. Die sehen nicht nur grau und krank aus, sie riechen und schmecken scheußlichst nach Kompost und bröseln auseinander, zu teuer sind sie auch. Und wieso eigentlich BratWURST? Tofu ist meines Wissens nach keine Wurst. Aber egal. Das diskutieren wir an einem anderen Ort. Unpraktisch ist es halt auch, dass man Tofu-Röllchen nicht branden kann. Noch heute könnte ich mich scheckig lachen, wie der Hund angewidert das Haupt wegdrehte als unser Veggi-Gast ihm die Brösel-Wurscht kredenzen wollte. Paula frisst an sich alles, aber das war selbst ihr zu unwurstig. Guter Hund!

Endlich darf der Köter an einem herrlichen Schinkenknochen knabbern und sabbern.

Cowboys, Indianer, Vieh- & Pferdezüchter, alle tun sie es. Sie tun es am lebenden Tier, was ich persönlich unnötig und fies finde. Andere lassen sich unter Schmerzen irgendwelchen Dummsinn in die Haut tättowieren, laufen dann ihr Leben lang mit dem Logo des bereits nicht mehr aktuellen Fussi-Vereins auf dem Hintern herum, dem Namen des Ex-Lovers (Das könnte der Grund sein, warum einige 3 x hintereinander jemanden mit demselben Vornamen ehelichen.) oder gar irgendwelchen Comic-Helden aus ihrer Kindheit. Ich kann damit ja so gar nichts anfangen.

Aber damit: Die Gourmetletts branden nun ihr Grillgut. Wieso wir das tun, wissen wir auch nicht so genau, aber es macht Spaß und läßt unsere Gäste staunen. Das ist natürlich totaaaal wichtig 🙂

Worum geht`s konkret? Darum: Brandingwerkzeug mit Wechselbuchstaben, damit auch wirklich alles und jedes auf ein Stück Fleisch geb(r)annt werden kann, um zu zeigen, wer der Chäff am Grill ist, wem’s gehört, wer’s gemacht hat …

Angefangen hat alles mit dem Suchen nach einem würdigen Jahrestagsgeschenk für den Liebsten. Es war schnell klar, in welche Richtung es gehen mußte, es war schließlich Sommer, der neue Grill aufgebaut. Ich bestellte ihm sein neues Spielzeug:

BBQ Brandeisen mit wechselbaren Buchstaben – der Fleischstempel für den Grill von Crazy Kitchen

Wie es dann so ist, am Zustelltag des Päckchens war fieses Wetter, der Grill musste schlafen, woher nun ein Stück Test-Fleisch zaubern? Egal, eine Scheibe Schinkenspeck sollte es nun sein:

Die Buchstaben wurden eingesetzt, herrlich, der Friemelei zuzuschauen. Herr Gourmetlett war erstmal bestens beschäftigt. Dann musste das Werkzeug nur noch fachmännisch in Betrieb genommen, sprich erhitzt werden. Wie gut, dass mein Gourmet-Feuerchen noch „Saft“ hatte.

Das erste Probe-Branding. Spannend.

Wirklich schick ist es geworden. Passend zum Jahrestag hat Herr Gourmetlett, schlau wie er halt ist, natürlich … die einzig richtige Buchstabenkombination gewählt.

Wie stolz er strahlt 🙂

Dieses Foto wurde übrigens nicht in der Damendusche des heimischen Fussi-Vereins aufgenommen, nein, es war ein portugiesischer Balkon!

Zack, ab auf den Grill mit dem Schweineteil.

Diese Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen …

Oder?

Zarte Rückensteaks  und Schwarte vom Schwein lassen sich übrigens am besten branden.

Uns kam da noch die Idee zu Ostern … statt Karten … Der moderne Mensch schreibt ja keine Postkarten mehr zu Ostern & Co. Und weil auch Emails, Whats App usw. irgendwie langweilig werden, kamen wir auf die grandiose Idee, unsere Ostergrüße für Euch in Schweineschwarte zu branden.

Da wir nun nicht in zartes Rückensteak, sondern eine hammerharte Schweineschwarte „tättowieren“ wollten, haben wir nicht meinen schnuckeligen Crème brûlée-Brenner, sondern den richtigen aus der Werkstatt von Herrn Gourmetlett bemüht, mit einer Temperatur, die ja im Grill durchaus auch vorherrschen sollte, also nicht ungewöhnlich ist.

Da dampft es auch mal ordentlich.

Das Ergebnis ist ja auch recht gut geworden, zumindest ist es lesbar.

Leider sind die Buchstaben beim Erhitzen geschmolzen, was unserem Produkttest natürlich weniger zuträglich ist. Da hätten wir uns vom Hersteller einen Beipackzettel gewünscht, der aussagt, bis zu welcher Temperatur das Branding-Eisen nutzbar ist. Das schreit nach Reklamation!

Wir haben den Lieferanten mit diesem Ergebnisfoto vertraut gemacht. Dieser hat sofort ohne Diskussion den Kaufpreis zurückerstattet. Das kaputte Ding ist zwar ärgerlich, aber der Service in diesem (Einzel-)Fall war nicht zu bemängeln.

Das ist die wahre Sterneküche von heute!

Apropos, da frage ich mich, ob „Grill den Hensler“ auch irgendwie mit … nee. Kopfkino aus.

Der arme Familienköter lebt seither in Angst, wenn Herr Gourmetlett mit seinem Brandingzeugs durch’s Haus läuft … Angst, demnächst vielleicht nicht unbedingt auf dem Grill oder am Köter-Döner-Spieß zu landen, dafür aber mit einem flotten Gourmetlette-Schriftzug auf der Hundepobacke herumlaufen zu müssen …

An sich ist es unfassbar, was unser armes Hundemädel mit uns aushalten muss. Katze wollen wir für sie nicht grillen. Für die versprochenen Leberwurstkekse hat Muddi nie Zeit, weil sie ständig am bloggen ist. Habt Mitleid mit dem armen Bonsai-Wolf aus dem fernen Rumänien.

Ein befreundeter Musiker hat von mir auch so ein Teil zum Geburtstag bekommen. Auch er hat sich gefreut wie ein echter Fleisches-Mann. Zum Ausprobieren schlug ich ihm vor, er könne doch seine Fans damit branden. Ich meine, das wäre doch mal was Neues, in der Branche soooo wichtig, mit Dingen daherzukommen, die kein anderer macht. Aber nee, feige wie er war (Nein! Das ist er sonst nie nimmer nicht, natürlich nicht!), er hat es sich nicht getraut. Leider fanden sich auch keine Fans, die Fan genug waren, ihn lieb darum zu bitten. Nun gut, ich kann nicht jeden Spaß auf meiner Seite haben …

Aber zumindest hat er, Dean Collins, Beweise abgeliefert, dass er sich mit dem neuen Boy Toy beschäftigt hat, und wie! Bin ich froh (!), dass ausreichend Buchstaben für diesen edlen Namenszug vorhanden waren, puh. DEAN COLLINS. Merken.

Wieso hier allerdings leckere Marshmallows missbraucht wurden … entzieht sich meiner Kenntnis. Da muss ich mein Unverständnis in einer konformen Penetranz kund tun wie ich es mit Tofu-„Würstchen“ tun muss … Das ist unwürdig.

Ein echter Männerarm als Testobjekt. Das ist hart. Das ist mutig. Das sind Schmerzen. Das ist schick. Ich rieche förmlich die verbrannten Haare *autsch*. Dean, Du bist ein Held, ein wahrer! Und wehe, das war nur Stempelfarbe oder gar der Arm des Bassisten! Du weißt, Sherlock Hahn bekommt alles heraus.

Achtung, wir machen hier auch Werbung. Ganz böse, das wissen wir ja bereits, aber in diesem Fall ist es uns tofuwurscht, ob sich jemand daran stört: Kauft „The Truth“ von Dean Collins, denn wir sind uns ganz sicher, dass Euch dadurch nicht nur super geile Songs um die Ohren gehauen werden. Wer weiß, vielleicht lichtet sich dort auch das Geheimnis um das geheime Star-Branding? Einfach mal intensiv lauschen.

Rockmusik ist ja eh das Geilste, was man zum BBQ neben Fleisch, Wurst und Bierbrot seinen Gästen und den Nachbarn rechts und links servieren kann. 🙂

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Quelle & Fotos: Die Gourmetlette – Bettina Hahn – www.gourmetlette.de

Fotos DC-Brandings: Dean Collins – www.deancollins.net

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